Kommunalwahl-Programm 2026
Rüsselsheim – Stadt der Möglichkeiten
Im Herzen des Rhein-Main-Gebietes sehen wir die großen Potenziale unserer Stadt. Rüsselsheim soll auch in Zukunft Heimat und Innovationsstandort bleiben. Wir Freie Demokraten machen es uns zur Aufgabe, unsere Stadt zur “Stadt der Möglichkeiten” zu machen und Rüsselsheim auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten.

Inhaltsübersicht
Die Kommune von morgen
Wie soll unsere Stadt morgen aussehen?
Die Mobilität von morgen
So wollen wir Mobilität für alle auch in Zukunft sichern.
Bildung und Kultur von morgen
Bildung ist zentral für unsere Zukunft und Kultur prägt unsere Identität.
Wirtschaft von morgen
Innovationen sichern unseren Wohlstand in der Zukunft.
Die Kommune von morgen
Wie soll unsere Stadt morgen aussehen?
Rüsselsheim am Main ist unsere Heimatstadt. Wir wollen, dass Rüsselsheim eine Stadt ist, auf die ihre Bewohnerinnen und Bewohner stolz sind.
Gesellschaftliche und technologische Entwicklungen verändern zunehmend auch die Anforderungen an eine moderne Kommune. Wir Freie Demokraten wollen Antworten auf die Frage geben:
“Wie sieht die Kommune von morgen aus?”
Wir glauben, dass Rüsselsheim am Main gute Startvoraussetzungen besitzt. Die Fortentwicklung der Stadt verstehen wir als unseren Auftrag. Dabei ist es uns wichtig, dass wir die vielfältigen Möglichkeiten der Stadt und ihrer Menschen betonen. Wir denken dabei nicht in Restriktionen, sondern wollen neue Lösungen ausprobieren.
Per App zum Amt
Eine kommunale Verwaltung ist in unserem Verständnis Dienstleister der Bürger. Stetes Bemühen der Verwaltung muss es deshalb immer sein, dem Bürger möglichst schnell und unkompliziert zu helfen. Wir wollen Rüsselsheim zu einer der führenden Kommunen im digitalen Bürgerservice machen.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Terminvereinbarungen sollen künftig auch über die App „Main Rüsselsheim“ möglich sein.
- Schnellere Umsetzung der Bürgerservices nach dem Online-Zugangsgesetz. Die Verwaltung muss dafür mit ausreichenden Mitteln ausgestattet werden und diese Prozesse zeitnah implementieren.
- Die digitale Kommunikation soll dabei immer datenschutzkonform, digital signiert und verschlüsselt mit dem neuen Personalausweis möglich sein.
- Für die älteren oder immobilen Menschen sollen Ämter- und Verwaltungsangelegenheiten in den Stadtteilen möglich sein. Hierfür setzten wir uns für den verstärkten Einsatz von mobilen Bürgerbüros ein.
Stadtpolitik mit dem Bürger gestalten
Transparenz und Bürgerbeteiligung ist zentral für unsere Demokratie. Für uns ist es selbstverständlich, dass Rüsselsheim hier eine Vorreiterrolle übernimmt, anstatt Schlusslicht zu sein und direkte Teilhabe und Nachvollziehbarkeit kommunaler Entscheidungsprozesse ermöglicht.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Der kommunale Haushalt soll in Zukunft als Bürgerhaushalt unter Einbindung der Rüsselsheimer Bürger entstehen.
- Alle Daten, die bei der Stadt anfallen, sollten prinzipiell frei zugänglich sein – es sei denn, dass unabweisbare Interessen oder Gesetze entgegenstehen. Dies gilt beispielsweise für (Echtzeit-) Daten des öffentlichen Nahverkehrs, Ampelanlagen, Emissionsmessungen, etc.
- Alle öffentlichen Sitzungen der kommunalen Selbstverwaltung sollen der Öffentlichkeit als Videostream zur Verfügung stehen. Danach sind Sie als Video mindestens für eine Legislaturperiode Online bereitzustellen.
Wohnen in Rüsselsheim
Die Mieten und die Immobilienpreise sind auch in Rüsselsheim in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Rüsselsheim ist ein ausreichendes Angebot an bezahlbarem Wohnraum für alle Einkommensklassen wichtig. Die GeWoBau ist dabei bereits heute in Rüsselsheim eine tragende Säule. Die GeWoBau kann aber nicht alleine den notwendigen Neubau an günstigem Wohnraum sicherstellen. Dies erfordert vielfältige Anstrengungen.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Deswegen setzen wir uns für beschleunigte Entwicklungen der Eselswiese sowie dem Quartier am Ostpark ein. Bauen muss unkomplizierter, günstiger und schneller möglich sein.
- Die Stadt Rüsselsheim soll Grundstücke und Erbbaurechte an Familien vergünstigt vergeben. Berechtigt sein sollen Familien mit geringem Einkommen. Damit soll jungen Familien die Schaffung von Wohneigentum ermöglicht werden.
- Die Fehlbelegungsabgabe ist für uns richtig und wichtig, da damit ein Mieter, der die Sozialwohnungskriterien nicht mehr erfüllt, nicht gezwungen ist, auszuziehen. Gleichzeitig können die Erträge aus der Fehlbelegungsabgabe genutzt werden, um neuen Wohnraum zu schaffen.
- Zusätzlicher Wohnraum entsteht auch durch die optimierte Nutzung von bestehenden Immobilien. Hierzu wollen wir eine städtische Initiative für den Ausbau von Kellergeschossen, Dachgeschossen sowie Aufstockungen anstoßen, insbesondere bei privaten Wohneigentümern. Nachverdichtungen durch Neubauten in bestehenden Quartieren sind nachrangig zu betrachten.
Freiheit und Sicherheit
Für uns als freie Demokraten ist es wichtig, Bürgerrechte und staatliche Grundrechtseingriffe in Balance zu halten. Rüsselsheim ist im Vergleich zu anderen Städten grundsätzlich eine sichere Stadt. Die jährlichen Polizeistatistiken zeigen, dass sich in Rüsselsheim jeder Bürger sicher bewegen kann. Damit Rüsselsheim weiterhin sicher bleibt, setzen wir Liberale auf eine ansprechende Stadt-Gestaltung, gute soziale Arbeit und eine belebte Innenstadt. Videoüberwachung, freiwilliger Polizeidienst und eine unbesetzte Innenstadtwache erhöhen die Sicherheit nicht nachhaltig.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Das Ordnungsamt und die Stadtpolizei sollen eine neue Heimat in der Innenstadt bekommen. Aus unserer Sicht könnte dies in der ehemaligen Opel-Werkswache am alten Opel-Portal/im Opel-Altwerk sein. Damit steht jedem Bürger direkt in der Innenstadt ein Ansprechpartner zur Verfügung. Die Stadtpolizisten nehmen damit jeden Tag die Situation in der Innenstadt wahr und die Sicherheit am rund um den Bahnhof wird verbessert. Gleichzeitig kann damit das Palais Verna einer neuen Nutzung zugeführt werden.
- Die Waffenverbotszone in der Innenstadt sehen wir kritisch und überprüfen sie auf ihre Wirksamkeit.
Ehrenamt in Rüsselsheim
Das Ehrenamt ist eine zentrale Stütze des gesellschaftlichen Miteinanders in unserer Stadt. Die ehrenamtlich Tätigen in unserer Stadt müssen deshalb auch besonders honoriert werden.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Zukünftig wird die Stadt Rüsselsheim einen jährlichen Ehrenamtspreis verleihen. Es soll dabei besonderes Engagement für die Stadtgesellschaft ausgezeichnet werden. Der Preis soll in den Kategorien Gesellschaft, Sport und Soziales vergeben werden und mit jeweils EUR 1.000 dotiert sein. Ausgezeichnet werden dabei Persönlichkeiten, die sich um die Stadt verdient gemacht haben – ohne aufgrund ihrer Aufgabe oder ihres Amtes dazu verpflichtet zu sein.
- Einmal jährlich wird es eine “Dankeschön”-Veranstaltung für alle Ehrenamtlichen in Rüsselsheim geben.
Lebenswerte Heimat
Für uns Freie Demokraten ist der Erhalt der natürlichen Ressourcen und einer lebenswerten Umwelt wichtiges Anliegen. Nachhaltigkeit darf dabei kein dogmatisches Totschlagargument sein, um städtische Entwicklung zu verhindern. Für uns geht es vielmehr darum unsere Stadt lebenswert und unsere Umwelt “enkelfit” zu gestalten – dabei muss ein Ausgleich der verschiedenen und berechtigten Interessen angestrebt werden.
Dazu wollen wir folgendes möglich machen:
- Das Mainvorland ist eine etablierte Fläche für kulturelle Veranstaltungen. Wir streben einen fairen Ausgleich der Interessen Umweltschutz und Kultur an. Dazu soll gemeinsam mit allen Beteiligten nach künftigen Nutzungskonzepten der Fläche gesucht werden.
- Überschwemmungsgebiete dürfen im Sinne des Hochwasserschutzes nicht verbaut werden.
- Wir schützen unseren Baumbestand. Zusätzlich werden wir in den nächsten Jahren 1.000 zusätzliche Bäume im Stadtgebiet pflanzen lassen. Dabei sollen insbesondere hitzeresistente Bäume ausgewählt werden.
- Öffentliche Plätze wie der Bahnhofsplatz sollen durch Bäume beschattet werden.
- Fußgängerzonen und Plätze dürfen in Zukunft nicht mehr vollständig versiegelt werden, sondern mit kühlenden Grünanlagen und Wasser bereichert sein. Bei städtischen Bauvorhaben werden künftig Dach- und/oder Fassadenbegrünungen standardmäßig geprüft.
- Private Hauseigentümer sollen zu Maßnahmen der Klimaanpassung ermutigt und nicht durch bürokratische Hürden davon angehalten werden. Unsere Grundgedanke dabei ist: Belohnung statt Bestrafung.
Die Mobilität von morgen
So wollen wir Mobilität für alle auch in Zukunft sichern.
Die Mobilität der Zukunft stellt keinen Verkehrsträger mehr in den alleinigen Mittelpunkt der Betrachtung. Aus unserer Sicht muss der zunehmende Verkehr dem Klimawandel und gleichzeitig den Bedürfnissen der Menschen in unserer Stadt Rechnung tragen. Diesen Herausforderungen kann nur mit einem integrierten Mobilitätsansatz begegnet werden. Es geht dabei nicht darum, dass wir dogmatisch die einzelnen Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausspielen, sondern dass wir für die jeweilige individuelle Bedarfssituation Angebote sinnvoll miteinander verknüpfen.
Rüsselsheim ist Autostadt. Der automobile Individualverkehr wird auch in der nahen Zukunft noch eine große Rolle in Rüsselsheim spielen. Deshalb muss Rüsselsheim eine multimodale Stadt werden. Neben der automobilen Erreichbarkeit des kompletten Stadtgebietes einschließlich der notwendigen Parkmöglichkeiten müssen ÖPNV, Fahrradverkehr und Angebote wie Car-Sharing Teil unserer Mobilität sein. Insbesondere eine Verzahnung der Angebote und der Integration in das umliegende Rhein-Main-Gebiet ist dabei wichtig.
ÖPNV von morgen
Der ÖPNV ist ein weiterer zentraler Bestandteil unseres Konzepts für die Mobilität von morgen. Wir sehen ein leistungsfähiges Bus & Bahn-System als wichtigen Standortfaktor der Stadt an.
Dazu wollen wir folgendes möglich machen:
- Es wird eine höhere Taktung des öffentlichen Nahverkehrs – insbesondere in den Abendstunden und in die Ortsteile – geprüft.
- Auch geprüft wird ein Ringbus über alle Stadtteile an Mitternacht.
- Wir werden den ÖPNV besser in das RMV-Gebiet, aber auch in das Gebiet des Mainzer ÖPNV integrieren. Hierzu wollen wir u.a. eine direkte Verbindung zwischen Bauschheim und Mainz prüfen.
Individualverkehr in der Stadt
Der Individualverkehr ist auch in Zukunft für viele Menschen in unserer Stadt ein notwendiger Bestandteil der Mobilität. Deshalb ist es uns wichtig, dass die Rüsselsheimer Stadt auch für den Individualverkehr über eine moderne Infrastruktur verfügt.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Wir werden in der Innenstadt 100 zusätzliche Parkplätze schaffen.
- Die Stadt soll regionalen Carsharing Anbietern (wie z.B. book-n-drive) in jedem Stadtteil mindestens drei kostenfreie Parkplätze anbietet.
- Den Betrieb von E-Scootern wollen wir nicht gänzlich verbieten, aber deutlich besser ordnen als bisher.
Leistungsfähiger Fahrradverkehr
Das Rad kann einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und ist eines der gesündesten Fortbewegungsmittel. Die weitere Verbreitung von E-Bikes macht die Nutzung auch für weitere Strecken und für einen größeren Teil der Bevölkerung immer interessanter. Um der immer weiter steigenden Bedeutung des Fahrrads gerecht zu werden und den Anteil am Modal-Split zu erhöhen muss in Zukunft mehr in die Rüsselsheimer Radinfrastruktur investiert werden.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- In der Innenstadt müssen an allen wichtigen Stellen ausreichend Fahrradständer zur Verfügung stehen.
- Eine schnelle Realisierung des Radschnellwegs „Rüsselsheim – Raunheim – Kelsterbach – Frankfurt“ ist für uns wichtig (siehe Plan der Region FrankfurtRheinMain).
- Prüfung der Ausweisung von separaten Fahrradspuren (z.B. Evreuxring, Kurt-Schumacher-Ring).
Bildung und Kultur von morgen
Bildung ist zentral für unsere Zukunft und Kultur prägt unsere Identität.
Bildung ist für Freie Demokraten zentrales Bürgerrecht und genießt für uns oberste Priorität. In der Bildungspolitik sehen wir einen Schlüssel für mehr Chancengerechtigkeit, denn jedes Kind hat unabhängig von seiner Herkunft und seinen Voraussetzungen das Recht auf das bestmögliche Bildungsangebot.
Die Rüsselsheimer Bildungseinrichtungen haben eine hohe Anziehungskraft für die Bevölkerung – auch über die Stadtgrenzen hinaus. Die hohe Qualität unserer Bildungseinrichtungen gilt es zu erhalten.
Deshalb fordern wir vom Schulträger Rüsselsheim, das vielseitige und zukunftsorientierte Bildungsangebot in unserer Stadt zu erhalten und durch die Einrichtung von flächendeckenden Ganztagsangeboten zu erweitern.
Bildung für unsere Kinder
Für uns ist eine gute Bildung für jeden besonders wichtig. Deshalb muss das Geld, das in Bildung investiert wird, zielgerichtet und mit maximalem Effekt investiert werden, um nicht nur einige wenige zu erreichen. Gute Standards für alle Schulen sind uns dabei wichtiger als teure Leuchtturmprojekte.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Die Bedarfsprüfung für Ganztagsplätze in Kindergärten, Krippen und Schulen soll entfallen, um allen Eltern den (Wieder-)einstieg in das Berufsleben zu erleichtern. Jedem Kind in jedem Alter soll eine Ganztagsbetreuung zur Verfügung stehen.
- Auch die Vorschulangebote haben Bedarf auf ein professionelleres Niveau gehoben zu werden, z.B. durch ein höheres Stundendeputat, mehr Weiterbildung und entsprechender Ausstattung.
- Die Digitalisierung der Rüsselsheimer Schulen muss einen großen Schritt nach vorne machen. Deshalb müssen alle Rüsselsheimer Schulen mit einem Glasfaseranschluss an das Internet angebunden sein.
Kultur
Kulturelle Aktivitäten und Angebote sind eine pulsierende Lebensader der Stadtgesellschaft. Für uns ist eine zeitgemäße Weiterentwicklung der kulturellen Angebote Bestandteil einer lebenswerten Stadt. Dabei geht es uns darum, dass wir einerseits attraktive Naherholung für Rüsselsheimer Bewohner ermöglichen wollen. Andererseits wollen wir noch stärker als attraktives Ausflugsziel für Tages- und Kurzzeit-Gäste wahrgenommen werden.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Wir stärken die Vermarktung des Standortes Rüsselsheim für Tages- und Kurzzeit- Tourismus. Dabei verknüpfen wir die Stadt- und Industriegeschichte noch stärker miteinander. Zu diesem Zweck werden wir ein „Kultur-Dreieck“ zwischen dem Bereich um die Festung/Opelvillen/Palais Verna, dem Opel Altwerk und dem Treff etablieren. Alle kulturellen Anlaufpunkte der Stadt werden auf dieser “Dreieck”-Route miteinander “verbunden” und können spielerisch erlebt werden.
- Das historische Palais Verna wird saniert und aufgrund des Umzugs von Ordnungsamt und Stadtpolizei einer neuen Bestimmung übergeben. Hier wollen wir zukünftig flexible Flächen für Wechselausstellungen, Kunst-Ateliers für Nachwuchskünstler und Pop-Up-Ausstellungen schaffen. Teile der städtischen Kultursammlung sollen hier in regelmäßigen Abständen gezeigt werden. Gleichzeitig steigern wir die Verweildauer im ark durch Schaffung gastronomischer Angebote im Palais Verna.
- Das Rüsselsheimer Theater stellt einen elementaren Treffpunkt in der Rüsselsheimer Stadtgesellschaft dar. Damit dieser Standort auch weiterhin attraktiv bleibt, setzen wir uns für eine Neuausrichtung in einer zukunftsfähigen Form ein, so dass idealerweise keine Einrichtungen von diesem Standort abgezogen werden müssen. Daneben soll angestrebt werden, dass das Theater in Abhängigkeit von dem zugrundeliegenden Sanierungs-, Finanzierungs- und Nutzungskonzept zentraler und lebendiger Bestandteil der Kulturlandschaft bleibt.
Volkshochschule & Sport
Das lebenslange Lernen braucht gute Rahmenbedingungen in der Volkshochschule, der Musikschule und der Stadtbibliothek. Die Angebote der Volkshochschule müssen sich aber verändern, um auch in Zukunft Ihre gesellschaftliche Relevanz zu behalten. Insbesondere neue Themen im Zusammenhang mit der Digitalisierung, der Künstlichen Intelligenz oder auch dem Klimawandel müssen für jeden in der Bevölkerung zugänglich sein. Hier kann und muss die Volkshochschule einen Beitrag leisten.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Durch einen Zusammenschluss der Rüsselsheimer VHS mit der VHS des Kreises Gross-Gerau können Verwaltungskosten eingespart werden. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Synergieeffekte gehoben werden und damit ein noch vielfältigeres Angebot in unserem Kreis und in Rüsselsheim entsteht.
- Öffentliche Breitensportangebote wie der Trimm-dich-Pfad in Bauschheim, oder der Fitness-Parcour an der Hasslocher Feuerwehr erfreuen sich großer Beliebtheit. Wir fordern deshalb mindestens ein weiteres Open-Air-Sportangebot in Rüsselsheim.
Wirtschaft von morgen
Innovationen sichern unseren Wohlstand in der Zukunft.
Liberale Kommunalpolitik will die Lebensqualität unserer Städte, Gemeinden und Kreise erhalten. Eine ausreichende Finanzausstattung ist der Kern kommunaler Selbstverwaltung. Deshalb ist uns die Rückgewinnung finanzieller Spielräume für die kommunalen Haushalte ein zentrales Anliegen, um auch der zukünftigen Generation notwendige Gestaltungsspielräume zu eröffnen.
Wir wollen es künftigen Generationen nicht aufbürden, die von uns hinterlassenen Schuldenberge abzutragen. Daher dürfen wir auch in Rüsselsheim auf Dauer nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen. Jedes andere Finanzgebaren ist nicht nachhaltig und wird von uns abgelehnt.
Solide Finanzen
Das nachhaltige Wirtschaften sichert unserer Kommune den Spielraum, um zukünftig Schwerpunkte setzen zu können. Die dauerhafte Neuaufnahme von Millionen-Schulden halten wir für höchst bedenklich. Denn mit der Schuldenhöhe wächst die Abhängigkeit und sinkt die politische Selbstbestimmung. Hier muss die Stadt Rüsselsheim umgehend zu einer soliden Haushaltsführung zurückkehren.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Bei der Aufgabenerfüllung sind künftig einheitliche Standards zu definieren, die sich stärker an wirtschaftlichen Überlegungen orientieren.
- Kommunale Leistungen, die gleichwertig und kostengünstiger durch private Anbieter erbracht werden können, werden nicht mehr von der Stadt angeboten.
- Alle freiwilligen Ausgaben der Stadt werden künftig einer jährlichen Überprüfung unterworfen.
- Wir werden die Aufwendungen der Stadt durch den Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit dauerhaft reduzieren.
- Durch eine stärkere Digitalisierung und Automatisierung der Verwaltung – sowie des Bürgerservice – werden wir die Personalausgaben künftig reduzieren. Rüsselsheim gibt über 30% seines Haushaltsbudgets für Personal aus. Dieser Wert ist im Vergleich mit anderen Kommunen ähnlicher Größe und Struktur überdurchschnittlich hoch.
- Wir werden uns dafür einsetzen, dass Bund und Land die finanziellen Rahmenbedingungen für die Kommunen verbessern. Dazu werden wir den Magistrat beauftragen Gespräche mit allen relevanten Ansprechpartnern auf allen Ebenen zu führen.
Unternehmenspolitik und Digitalisierung
Wir Liberale setzen auf eine Wirtschaftspolitik, die mittelständische Strukturen bewusst pflegt und unternehmerisches Handeln stärkt. Der Mittelstand und das Handwerk haben sich als zuverlässige Partner bei der Schaffung neuer Wirtschaftskraft und zusätzlicher Ausbildungs- und Arbeitsplätze erwiesen.
Unternehmer, die nach Rüsselsheim kommen, müssen spüren, dass wir auf neue Ansiedlungen großen Wert legen und uns ernsthaft um die Befriedigung seiner Wünsche bemühen. Dazu gehört eine professionelle Wirtschaftsförderung. Ansässige Unternehmer brauchen einen verlässlichen Partner in der Stadtverwaltung.
Gute Rahmenbedingungen für Handwerk und Gewerbe in unserer Stadt sind für uns wichtig. Dazu zählen wir eine intakte Verkehrsinfrastruktur, schnelles Internet, niedrige Steuern und Abgaben sowie keine bevormundenden Auflagen.
Dazu machen wir das folgende möglich:
- Die Wirtschaftsförderung muss neu aufgestellt werden und für Unternehmer und Gründer als One-Stop-Agency dienen. Sie muss aus ihrer aktuell reaktiven und passiven Rolle durch personelle und finanzielle Aufstockung in eine führende und gestaltende Rolle kommen.
- Wir fordern, die Gewerbeanmeldung so zu vereinfachen, dass sie, wie in einigen europäischen Städten, innerhalb von 24 Stunden und 100% online möglich ist.
- Bis 2030 sollen 90% aller Rüsselsheimer Haushalte und alle Schulen einen Gigabit Glasfaseranschluss haben. Bei der Entwicklung von Neubaugebieten, wie z.B. der Eselswiese in Bauschheim muss direkt bei der Erschließung überall Glasfaser gelegt werden.
- Wir werden Verwaltungslotsen als zentrale Ansprechpartner und “360°-Kümmerer” für Wirtschaft und Gewerbe in der Stadtverwaltung etablieren. Unternehmen sollen für alle kommunalen Angelegenheiten einen persönlichen Ansprechpartner haben.
- Wir erleichtern Handwerkern den Aufenthalt in der Innenstadt, durch gewerbliche Parkzonen und Kurzzeitparken für Handwerker im innerstädtischen Bereich
Gründungs- und Innovationskultur
Durch die Hochschule Rhein-Main haben wir in Rüsselsheim ein besonderes Potential an Gründern von morgen. Damit diese Gründungen sich auch in Rüsselsheim ansiedeln muss die Wirtschaftsförderung der Stadt hier direkter Ansprechpartner sein und Unterstützungsangebote liefern. Unser Ziel ist es, dass Rüsselsheim Innovations- und Gründungsstandort wird. Durch die umliegenden Metropolen mit Ihren Hochschulstandorten kann Rüsselsheim bisher nur schwer Gründer aus dem Umland anziehen. Rüsselsheim muss deshalb seine Gründer selbst ausbilden und die Rahmenbedingungen bieten, damit junge Menschen aus Rüsselsheim auch in Rüsselsheim gründen.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Wir werden die Verzahnung mit dem Gründerzentrum des Kreises (TIGZ) weiter ausbauen.
- Die Volkshochschule soll dazu in Kooperation mit den Rüsselsheimer Schulen und der Hochschule Rhein-Main Kurse zur Gründerberatung, Betriebswirtschaft kleiner Unternehmen / Selbständiger und zur Unternehmensfinanzierung anbieten.
- Wir regen gemeinsame Forschungsprojekte für Studierende der Hochschule Rhein-Main mit der Stadt Rüsselsheim an. So erlangt die Kommune neue Expertise und Lösungen, Studierende Sichtbarkeit und Anerkennung und wir stärken die Bindung an die Stadt.
Innenstadtförderung
Die Rüsselsheimer Innenstadt hat aktuell an vielen Fronten um Ihre Attraktivität zu kämpfen. Verändertes Einkaufs- und Konsumverhalten ändert auch die Struktur der Innenstadt. Aus Sicht der Freien Demokraten geht es darum, dass wir einen attraktiven öffentlichen Raum erhalten und ausbauen. Dabei müssen wir uns von der Vorstellung einer klassischen Innenstadtgestaltung verabschieden. Es wird mehr darum gehen, dass wir die Innenstadt zu einem Treffpunkt und einer Genuss- und Erlebnislandschaft weiterentwickeln. Die Verbesserung der Aufenthaltsqualität ist dafür der Schlüssel.
Dazu machen wir folgendes möglich:
- Der Bahnhofsplatz bleibt in seiner derzeitigen Gestaltung weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Videoüberwachung stellt für uns dabei keine Verbesserung, sondern nur eine weitere Abwertung dar. Der Platz soll mit Bäumen, Hochbeeten und Verweilmöglichkeiten aufgewertet werden. Statt karger Betonfläche sollen Sitzgelegenheiten im Schatten zum Verweilen einladen. Mobile gastronomische Angebote auf dem Platz kann weitere Anreize bieten.
- Im Winter könnte eine Kunsteisbahn eine zusätzliche Attraktivitätssteigerung herbeiführen.
- Ein gemeinsames Gremium „Runder Tisch Innenstadt“ besetzt mit Vertretern der Stadt, Gewerbetreibenden und Anwohnern soll hier in Zukunft ein eigenes Budgets zur freien Verfügung erhalten, mit dem Ziel, die Innenstadt zu verschönern und attraktiver zu gestalten. Explizit sollen hier auch Co-Finanzierungen mit Gewerbetreibenden angestrebt werden, um konkrete Punkte zu gestalten.
- Wir reagieren proaktiver auf Leerstand von Gewerbe- und Ladenflächen. Wir brauchen ein geeignetes Konzept, das den Leerstand von Ladenflächen vorausschauend verhindert und gleichzeitig eine Vielfalt an Angeboten sichert, ohne dass die Stadt überall als Zwischen- bzw. Dauermieter einspringt.
- Wir stärken und unterstützen die Außengastronomie, die unsere Innenstadt belebt, und finden einen Ausgleich mit begründeten Lärmschutzinteressen.
- Die angestoßene Neu-Entwicklung im Opel-Altwerk begrüßen wir. Eine Attraktivitätssteigerung dieser Fläche werden wir auch künftig unterstützen. Für uns ist das Opel-Altwerk wichtiger Bestandteil der Innenstadt.
